hannama in chile & usa

raus aus dem winter
rein in den sommer

hanna bereist die große weite welt

begegnungen bei den kirchbänken

12. Dezember 2005, 21:00 in valparaiso

gleich neben meinem hostal befindet sich eine kirche mit einem kleinen mäuerchen drum herum. an der mauer entlang stehen einige bänkchen – alle grün – und diese werden den ganzen tag von den verschiedsten menschen benutzt. oft sitzen hier ältere menschen zum ausruhen oder abends trifft sich hier die jugend der stadt. manchmal kann man auch deutsche mädels beim verschlingen von büchern sehen, aber dies nur sehr sehr selten…

gestern traf ich dort zwei schweizer – vater und tochter auf reisen – und wir spielten einige runden canasta bis sich die sonne hinter den häusern verdrückt hatte. das war wirklich ein witziges spiel mit den beiden und auch die geschichten, die die beiden zu erzählen hatten, waren sehr unterhaltsam.

und heute: heute bekam ich dort einen stein und ein lächeln geschenkt.

der stein kam von einem streunenden hund und das lächeln von einem alten alten chilenen – fast zahnlos, aber immer noch am flirten…
der alte mann kam langsam auf die bänke zu und auf meiner höhe drehte er sich um, um mir mit einem großen lächeln ein ¡buenas tardes! zu wünschen. gleich darauf ging’s weiter zur nächsten frau – eine dame seines alters – und sie fragt nur leise ¿comó estas? und er grinst nur, stellte sich vor sie hin und sagte nur ¡schau mich an meine liebe, wie sehe ich denn aus! und sie nur wieder leise ¡ahh, muy bien! und langsam zog er leicht hinkend weiter…

der hund zog nicht so schnell weiter, sondern hatte sich nun zur aufgabe gemacht, mich zu beschützen. in sicherem abstand lief er mir hinterher und kläffte alle anderen hunde, die vorbeikamen, an. wäre ja ganz nett so ein wachhund, aber nicht einen zotteligen streunenden hund, der mit steinen spielt und diese dann auch noch anbellt – sehr komisch. er traut sich sogar mit in meine gasse vor, die normalerweise ein absolutes katzenrevier ist. sehr mutig, aber trotzdem habe ich ihm lang und breit erklären müßen, daß ich keinen wachhund brauche und ihm noch alles gute gewünscht – ich bin mir nur nicht sicher, ob er alles verstanden hat? wir werde ja morgen sehen – besser ich – ob er immer noch da ist…

eure *hannanita

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