2einhalb tage in der wüste + zwei tage busfahrt
sitze gerade in meinem zimmer in valparaíso und nebenan spielt alejandro auf der gitarrre und singt. also die perfekte stimmung um euch kurz zu erzählen, wie es denn in der trockensten wüste der welt war.
zu allererst: san pedro de atacama ist nicht chile, denn dieses dorf – eine oase – ist ein heute pures touristendorf und teuer, aber die umgebung ist einfach beindruckend.
gleich im bus von santiago nach san pedro traf ich cloe – eine engländerin, die seit 2 jahren iin der welt unterwegs ist – und hatte sofort meine perfekte reisepartnerin. und gleich auch noch probleme mit meinem englisch, denn dauernd sind mir nur spanische sätze eingefallen und kein einziger englischer… wir genossen die fahrt durch die sich ändernden gegend und freuten und jedes mal, wenn wir das meer sahen und auch wenn die filme im bus englisch mit spanischen untertitel und nicht spanisch synchronisiert waren.

so vergingen die 24 stunden wie im fluge und wir kamen am nächsten nachmittag im trockenen und heißen san pedro an. wir fanden gleich ein zimmer, buchten uns gleich eine tour und durchstreiften noch ein wenig das dorf. danach gingen wir richtig lecker am lagerfeuer essen. was ein leckerer anfang.

leider ging es cloe am nächsten morgen – 4 uhr morgens – nicht so gut und so machte ich mich alleine zu den geysiren auf. auf 4300 meter liegt ein riesiges feld mit aktiven geysiren. wir machten uns so früh auf den weg, weil man die dampfsäulen nur morgens betrachten kann, denn danach ist es einfach zu warm.



außerdem gibt es auch die möglichkeit zu baden. dieses becken wurde für die arbeiter in der gegend angelegt – es gab hier oben eine art “energiefabrik” – und wird heute eher von touristen benutzt. es kostet einige überwindung in das wasser zu gehen, denn es immer noch ziemlich kalt hier oben… doch ich mußte mich gar nicht überwinden, denn meine vernuft entschied sich, zum andenken an meine lungenentzündung, gegen das erfrischende bad.
nach einem kleinen zwischenstopp in einem winzigen dorf ging es gegen mittag wieder zurück nach san pedro.



spontan ging es nachmittags noch an den salar de atacama. mitten im see liegt eine lagune, in der sich viele flamingos tummeln. sehr schön, aber unendlich windig.

ok, auf dem bild sieht man nur ein flamingo, aber die anderen sind so weit weg, daß mein fokus gestreikt hat. also müßt ihr euch einfach noch viel mehr flamingos vorstellen…

neben den flamingos ist die umgebung einfach bizarr. welche interessanten formen doch kristalle bilden können.


wir blieben noch bis zum sonnenuntergang und freuten uns danach unendlich auf unser bett und den warem bus.
unseren nächsten tag ließen wir ein wenig ruhiger angehen. mit gemütlichem frühstück und dann einem besuch im archäologischen museum von san pedro. hier kann man mumien – sehr gut erhalten – bestaunen, sehr skurril, und viel über die bewohner dieser gegend erfahren. wir nutzen die mittagshitze aus – im touristischen sinne – und besuchten die ruinen von quitor. besser gesagt: wir wollten. aber auch hier wird ein viel zu hoher eintritt verlangt und so schauten wir uns einfach in der gegend um. nebenan ist ein “park”, der im andenken an einen schriftsteller angelegt wurde, welcher sich lange in san pedro aufgehalten hat und viel über die einwohner dort geforscht hat.


doch das eigentliche abenteuer stand noch bevor.
per fahrrad durch die wüste zum valle de la luna.

es sind zwar nur 12 kilometer, aber das in einer wüste an einem nachmittag mit gegenwind und auf 2500 metern. bis zum eingang fuhren wir mit dem rad, doch der beste platz um den sonnenuntergang zu beobachten liegt ein wenig weiter oben im gebirge. diesen weg konnten wir zum glück mit einem kanadischen pärchen mit auto zurücklegen – welch glück. und so wurden wir alle – just in time – mit einem sehr schönen sonnenuntergang belohnt.







doch das spannenste war die rückfahrt bei nacht: mit unseren headlights bewaffnet suchten wir den besten weg über die buckelpiste zurück ins dorf. laut singend kamen wir dann glücklich wieder im dorf an und vielen einfach nur todmüde ins bett.
schon am nächsten morgen ging es für mich wieder zurück nach valparaíso. diesmal nicht semi-cama, sondern cama. bedeutet, das sind bussitze wie first-class-sitze im flugzeug. perfekt, wenn ich ca. 7 cm kleiner wäre… so kam ich ziemlich genau 26 stunden später in valparaíso an und wurde sehr herzlich in “meiner casa” aufgenommen.
alles liebe,
eure hannanita
